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Stevia

Stevia – das Süßkraut aus Südamerika

Stevia wird aufgrund seiner hohen Süßkraft gerne als Wunderkraut aus Südamerika bezeichnet, wo Stevia bereits seit Jahrhunderten zum Süßen von Speisen und Getränken verwendet wird.
Die Blätter der Stevia rebaudiana Bertoni enthalten Stoffe, die bis zu 300-mal süßer sind als gewöhnlicher Haushaltszucker. Hinzu kommt der Vorteil, dass Stevia keine Kalorien enthält und den Blutzuckerspiegel nicht erhöht. Für Diabetiker und Menschen mit Übergewicht könnte das Wunderkraut ein Hoffnungsträger sein und eine Lösung der gesundheitlichen Probleme bedeuten.

Dennoch ist der erwartete Stevia Boom bislang ausgeblieben. Erst seit Ende 2011 ist Stevia als Süßungsmittel in  Form des Zusatzstoffes E 960 durch die EU auch in Deutschland zugelassen. Ob in Getränken, Süßspeisen, Joghurt oder Marmeladen- viele im Handel erhältlichen Produkte werden mittlerweile mit Stevia gesüßt, allerdings ausschließlich mit der extrahierten Steviasüße E 960, da die frischen und getrockneten Steviablätter immer noch nicht zum Verzehr zugelassen sind, obwohl seit vielen Jahren keine gesundheitlichen Bedenken bestehen.

Wir möchten Ihnen auf Superfy die Vorteile und Nachteile von Stevia vorstellen und die Eigenschaften der Pflanze von allen Seiten beleuchten. Hierunter finden Sie unzählige Informationen über die Dosierung, Anwendung und worauf Sie achten sollten, wenn Sie Stevia zum Süßen Ihrer Lebensmittel verwenden möchten. Auch möchten wir Ihnen Tipps geben, wo Sie das Naturprodukt Stevia kaufen können. Ebenso finden Sie eine ausführliche Anleitung, wie Sie Stevia Pflanzen selber anbauen können und wie die frischen Blätter des Süßkrautes geerntet und verwendet werden können.

Ob zum Süßen von Getränken, zum Kochen oder Backen; Stevia stellt eine optimale Alternative zu Haushaltszucker oder synthetischen Süßungsmitteln dar. Lernen Sie in wenigen Schritten mit dem Süßkraut aus Südamerika umzugehen und entdecken Sie auch die Vielfalt, die in Stevia Produkten, wie flüssiges Stevia Extrakt, Stevia Tabs, Granulat sowie weißes und grünes Stevia Pulver, steckt.

Mittlerweile sind sogar Getränkehersteller wie Coca Cola auf die Pflanze aufmerksam geworden:

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Die Pflanze Stevia rebaudiana: Herkunft und Geschichte

Die Pflanze Stevia rebaudiana Bertoni stammt ursprünglich aus Südamerika, wo sie vorwiegend in den subtropischen Hochflächen zwischen Paraguay und Brasilien beheimatet ist. Ihr Name bedeutet so viel wie Honigkraut oder Süßkraut, was auf die stark süßenden Eigenschaften der Stevia Blätter zurückzuführen ist.
Bei der indigenen Bevölkerung Südamerikas wurde die Stevia Pflanze bereits vor  Jahrhunderten als Süßstoff für den Mate-Tee verwendet. Ebenso wird Stevia bis heute traditionell von den Guarani als Heilmittel verwendet, da Stevia eine herzstärkende und blutdrucksenkende Wirkung erzielen soll. Der Name der Stevia Pflanze geht auf den Botaniker Moisés Bertoni und den Chemiker Ovidio Rebaudi zurück, nachdem Bertoni feststellte, dass sich bereits wenige Blätter Stevia Pflanze dazu eigneten, um Tee oder Kaffee zu süßen. Nach langen Studien rund um das süße Honigkraut gab Bertoni der Pflanze im Jahre 1905 den wissenschaftlichen Namen Stevia rebaudiana Bertoni.

Als während des zweiten Weltkrieges die Zuckerknappheit den Menschen zu schaffen machte, wurden die ersten Versuche gestartet, Stevia außerhalb ihres Ursprungslandes anzubauen. Die Anbauversuche in milden Regionen Englands waren aufgrund der klimatischen Bedingungen in den kühlen Sommermonaten jedoch wenig erfolgversprechend, so dass Stevia rebaudiana Bertoni bis zum Ende der sechziger Jahre in Vergessenheit geriet. Während der siebziger Jahre wurden die Japaner auf Stevia aufmerksam und gruben im Rahmen von zwei Expeditionen rund 500.000 wild wachsende Pflanzen im Amambai Hochland zwischen Brasilien und Paraguay aus. Diese wurden in verschiedenen Regionen um Japan wieder eingepflanzt. Die Anbauversuche zeigten Erfolg und binnen kurzer Zeit wurde auch das Interesse weiterer asiatischer Länder geweckt. Seither wird es auch in China, Taiwan, Laos, Indonesien, den Philippinen und Südkorea, angebaut.
In den westlichen Nationen konnte sich das Honigkraut anfangs nur schwer durchsetzen. Doch mittlerweile finden sich auch in Kanada, Kalifornien, Israel sowie in Spanien und Portugal große Anbauflächen.

Stevia Plantage

Botanische Beschreibung der Stevia rebaudiana Bertoni

Da die Pflanze ganz besondere Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit sowie das Klima stellt, ist der Stevia Anbau nicht ganz unkompliziert. Für ihr Wachstum benötigt die Pflanze ein mäßig feuchtes Klima mit durchgehenden Temperaturen um 20 Grad Celsius. Die sauren, sandigen und tonhaltigen Böden, die im Allgemeinen als unfruchtbar gelten, sind für die Entwicklung der süßen, geschmacksintensiven Steviolglykoside verantwortlich. Stevia rebaudiana Bertoni ist nur eine von mehr als 200 Stevia-Arten, die jedoch als einzige über die süßen, steviolglykosidhaltigen Blätter verfügt.

Als Korbblütler gehört sie zur Familie der mehrjährigen, krautartigen Asterngewächse, die in ihrem natürlichen Umfeld zwischen 70 Zentimetern und einem Meter hoch wird und 2-3 Zentimeter lange Laubblätter besitzt. In ihren Ursprungsländern Paraguay und Brasilien ist es aufgrund des fehlenden Frostes üblich, dass die Stevia Pflanzen zwischen vier und sechs Jahren genutzt werden. In vielen anderen Ländern wird sie häufig als einjährige Pflanze kultiviert, da sie überhaupt keinen Frost verträgt. Die Stevia Pflanze verfügt über einen kräftigen Wurzelstock mit flachen Wurzeln, die die Pflanze mit Wasser und Nährstoffen versorgen. Die Pflanze benötigt für ein ideales Wachstum viel Licht, aber nur wenig Dünger.
Erst wenn die Temperaturen wieder milder werden und sich die Anzahl der Sonnenstunden erhöht, entwickelt Stevia neue Triebe. Während der Hauptblütezeit im späten Herbst trägt die Pflanze kleine, weiße Blütenkörbchen mit Samen, die selbststeril sind. Dies bedeutet, dass die Pflanze nicht in der Lage ist, sich selbst zu befruchten. Somit braucht die Pflanze den Wind, um die Pollen zu anderen Stevia Pflanzen zu tragen.

Die Pflanze kann auch im Selbstanbau gezogen werden. Worauf man beim Stevia Anbau achten sollte, erfahren Sie in einem gesonderten Artikel. Da die Keimquote bei Stevia Samen bei nur knapp 15% liegt, ist es empfehlenswert, bereits gezogene Stevia Pflanzen zu kaufen und diese zu kultivieren.

 

Verwendung von Stevia

Stevia rebaudiana Bertoni wird mittlerweile in unterschiedlichen Darreichungsformen vermarktet. Innerhalb der EU sind die getrockneten Stevia Blätter zwar ausschließlich in Online Shops oder Reformhäusern (als Badezusatz) erhältlich, da Stevia nur als Lebensmittelzusatzstoff E 960 zugelassen wurde. Stevia rebaudiana Bertoni eignet sich zum Süßen von Getränken und Speisen und kann ebenso zum Kochen und Backen sowie als Hautpflegeprodukt verwendet werden. Frische Blätter können aus dem Eigenanbau geerntet und verwendet werden. Aus diesen können problemlos Stevia Sirup sowie Stevia Extrakte hergestellt werden. Getrocknete Blätter wiederum können mit einem Mörser zerstoßen werden und zu Tee, Salatdressing oder Desserts weiterverarbeitet werden.
Ebenso sind mittlerweile zahlreiche fertige Produkte im Handel erhältlich. Hierzu gehören Stevia Tabs, weißes Stevia Pulver, grünes Stevia Pulver, flüssiges Stevia sowie Stevia Granulat. Im Gegensatz zu anderen künstlich hergestellten Süßungsmitteln sind Stevioglykoside hitzebeständig, so dass sie in der Küche auch zum Kochen und Backen verwendet werden können. Stevia Tabs können ebenso wie Süßstoff in Tablettenform zum Süßen von heißen und kalten Getränken verwendet werden. Allerdings sollte beachtet werden, dass die Tabs sich weniger schnell auflösen und die Getränke häufiger umgerührt werden müssen.

Stevia Granulat und Stevia Pulver kann ähnlich wie Haushaltszucker verwendet werden, wobei eine wesentlich geringere Menge der Stevia Produkte ausreicht, um eine vergleichbare Süße zu erhalten. Flüssiges Stevia kann für sämtliche Getränke und Speisen verwendet werden. Ein großer Vorteil des Fluids ist, dass sie andere flüssigen Süßstoffe im Verhältnis 1:1 ersetzen. Zur Herstellung von Eis, Marmelade oder Nachspeisen ist das flüssige ebenso geeignet wie zum Süßen von Eintöpfen oder Getränken.

Da Stevia rebaudiana Bertoni wesentlich süßer ist als Haushaltszucker, ist die Dosierung mit dem Honigkraut anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Deshalb sollte man Stevia in der Anfangszeit lieber sehr sparsam dosieren und sich langsam an den optimalen Geschmack herantasten. Wird Stevia zu hoch dosiert, kann es passieren, dass das Geschmackserlebnis durch einen bitteren, lakritzartigen Beigeschmack gestört wird.

Speziell beim Backen sollte man sich im Vorfeld etwas genauer mit der Zubereitung und Dosierung auseinander setzen. Die Stevia Darreichungsform spielt für das Backergebnis eine wesentliche Rolle. So lässt sich beispielsweise die normale Zuckermenge, die für einen Kuchen verwendet wird, nicht durch die gleiche Menge Stevia ersetzen, da das Ergebnis dann viel zu süß wäre. Ein weiteres Problem ist, dass der Teig nicht die gewünschte Konsistenz erreicht, wenn das Volumen des Zuckers fehlt. Mittlerweile gibt es jedoch viele Stevia Backrezepte mit der optimalen Stevia Dosierung, ohne dass man vergebliche Stevia Backversuche zu befürchten hat. Eine weitere Alternative, beispielsweise wenn flüssiges Stevia zum Backen verwendet wird und das fehlende Volumen ersetzt werden muss, sind Ersatzprodukte. Um die fehlende Zuckermenge auszugleichen, kann zum Beispiel auf Kokosflocken, gemahlene Mandeln, Haferflocken  oder Mehl, zurückgegriffen werden.

 

Inhaltsstoffe und Süßkraft der Stevia rebaudiana Bertoni

Für die hohe Süßkraft der Stevia rebaudiana Bertoni sind die in den Pflanzenblättern enthaltenen Inhaltsstoffe Steviolglykoside verantwortlich, wobei die Hauptsüßkraft vom Steviosid und Rebaudiosid A ausgeht. Der Anteil des Steviosids in der Pflanze ist abhängig vom jeweiligen Anbaugebiet. Dieser kann zwischen zwei und zehn Prozent der Pflanzenmasse betragen. Steviablätter, wie sie in der natürlichen Form seit Jahrhunderten in Südamerika als Süßungsmittel zum Einsatz kommen, verfügen über eine 300-400 Mal höhere Süßkraft als es bei herkömmlichem Zucker der Fall ist. Vorteilhaft ist zudem, dass Stevia kaum Kalorien besitzt und die Zähne nicht angreift. Hierzu Näheres im Artikel „Ist Stevia gesund?“.

Bezüglich der Süßkraft nimmt der Inhaltsstoff Rebaudiosid A den wichtigsten Stellenwert ein, denn Rebaudiosid A ist dafür bekannt, dass es über die höchste Süßkraft und gleichzeitig über einen neutralen Geschmack verfügt. Andere Steviolglykoside können einen bitteren Beigeschmack besitzen, der stark an Lakritz erinnert. Deshalb ist es wichtig, beim Kauf von Stevia Produkten darauf zu achten, dass der Anteil an Rebaudiosid A möglichst hoch ist. Nachteilig ist allerdings, dass Steviolglykoside innerhalb der EU erst im Dezember 2011 als Lebensmittelzusatzstoff unter der Kennzeichnung E 960 zugelassen wurden. Hierbei handelt es sich um Steviolglykoside, die als natürliches Extrakt aus der Stevia rebaudiana gewonnen werden. Die Höhe des süßen und geschmacksneutralen Rebaudiosid A ist bei diesen vermarkteten Produkten, wie beispielsweise Stevia Pulver, Stevia flüssig oder Stevia Tabs, in der Liste der Inhaltsstoffe ersichtlich. Hierzu ist allerdings zu sagen, dass keine Stevia Produkte erhältlich sind, die über einen nahezu 100% igen Anteil an Rebaudiosid A verfügen. Dies hat zur Folge, dass zahlreiche Produkte, die mit Stevia gesüßt wurden, über einen Beigeschmack verfügen.

Verbrauchern, die Stevia rebaudiana Bertoni in seiner reinen Form als frische oder trockene Blätter genießen möchten, bleibt lediglich die Möglichkeit, die Stevia Pflanze selber anzubauen, um die frischen Blätter zum Süßen zu verwenden oder aber getrocknete Steviablätter in einem Online Shop zu bestellen.

Neben der hohen Süßkraft der Steviablätter ist auch der hohe Anteil wichtiger Inhaltsstoffe erwähnenswert, denn diese liefern lebenswichtiges Eiweiß, ungesättigte Fettsäuren sowie wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Hierzu gehören Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor, die wichtig für Knochenaufbau, Blutbildung, Herz- und Kreislaufsystem sowie das Immunsystem sind.

Ebenso enthalten die Blätter der Stevia rebaudiana Bertoni lebenswichtige Spurenelemente wie Chrom, Mangan, Silizium, Zink, Selen und Kobalt. Außerdem findet sich in Steviablättern ein hoher Anteil an Vitamin C, Vitamin A sowie B1.

 

Stevia Dosierung

Um die optimale Dosierung zu finden, bedarf es besonders in der Anfangszeit ein wenig Übung. Dies liegt darin begründet, dass die Süßkraft der frischen oder getrockneten Steviablätter stark variieren kann. Sowohl die Stevia-Sorte als auch die Temperatur und Art der der zu süßenden Speise üben einen großen Einfluss auf die Geschmacksentfaltung aus. Gleiches gilt auch für die Dosierung der im Handel erhältlichen Stevia Produkte wie flüssiges Stevia, Stevia Tabs, weißes und grünes Stevia Pulver oder Stevia Granulat. Je höher der Reinheitsgrad, also der Anteil des Steviolglykosid, desto höher ist auch die Süßkraft. Bestenfalls orientiert man sich an den Dosierhinweisen auf der Verpackung des jeweiligen Stevia Produktes.

Da die Anzahl der Stevia-Produzenten seit der EU-Zulassung Ende 2011 stark angestiegen ist, ist es ratsam, die Produkte verschiedener Hersteller auszuprobieren. Sollte der Geschmack eines Produktes nicht zusagen, muss dies nicht bedeuten, dass das bei allen Stevia-Produkten der Fall sein wird. Im Zweifelsfall sollten Verbraucher einfach ein anderes Stevia-Produkt testen, wenn beispielsweise ein bitterer Geschmack als störend empfunden wurde.

Ebenso möchten wir darauf aufmerksam machen, dass es innerhalb der Erzeugnisse große Qualitätsunterschiede geben kann, weshalb viele Verbraucher anstelle der fertigen Stevia Produkte lieber auf die naturbelassenen Steviablätter zurückgreifen. Wichtig ist vor allem, dass bei der Dosierung die hohe Süßwirkung von Stevia berücksichtigt wird, da diese je nach Art des Produktes um 300-450 Mal höher ist als bei gewöhnlichem Zucker.

Bei Produkten, die über einen Steviolglykosid-Anteil von mehr als 95% verfügen, liegt die Süßkraft um ca. 300 Mal höher als bei Haushaltszucker. Dies bedeutet, dass 100 Gramm Zucker durch nur 0,3 Gramm Steviosidpulver ersetzt werden kann. Somit ist es problemlos möglich, das Stevia Pulver mit einer Messerspitze zu dosieren.

Zum Süßen von Getränken eignen sich vor allem Stevia Tabs, da sich diese optimal, ähnlich wie ein künstlich hergestellter Süßstoff, dosieren lassen. Die Süßkraft der Tabs ist jedoch in der Regel etwas niedriger, so dass ein Tab mit der Süßkraft von 1,3 der Menge von zwei Stück Würfelzucker entspricht. Vergleichbar hoch ist die Süßwirkung bei den im Handel erhältlichen Stevia Granulaten. Das Granulat hat wiederum den Vorteil, dass es sich hervorragend zum Backen eignet, da die Menge des Stevia Granulats das fehlende Volumen des Zuckers ausgleichen kann. Somit muss das Volumen fester Backzutaten nicht durch Zutaten wie Kokosflocken, Haferflocken oder Mehl ausgeglichen aufgestockt werden. Zum Süßen von Getränken, Joghurt oder Salatdressing, eignet sich flüssiges Stevia optimal, da das Fluid einfach eingerührt werden kann, ohne dass sich Klumpen bilden. Je nach Hersteller reichen 2-3 Tropfen des flüssigen Konzentrates, um die Süßkraft von einem Teelöffel Zucker zu erreichen.

Bei der Verwendung von grünem Stevia Pulver sollte darauf geachtet werden, dass sich der Geschmack des Getränkes oder des Gerichtes leicht verändern kann. Das grüne Stevia Pulver wird aus zerriebenen Steviablättern hergestellt, so dass das Pulver einen leichten Kräutergeschmack aufweisen kann, so wie es auch bei den frischen oder getrockneten Blättern der Fall ist. Beim weißen Stevia Pulver wiederum werden ausschließlich die süßen Bestandteile der Stevia Blätter extrahiert, so dass bei der Verwendung des weißen Pulvers keine Geschmacksveränderungen in Form eines Kräutergeschmackes zu erwarten sind.

Ebenso kann man als Verbraucher selber ein Stevia Fluid aus getrockneten Stevia Blättern herstellen. Hierbei werden die Blätter mit einem Mörser zerstoßen und mit kochendem Wasser aufgegossen. Diesen Sud lässt man eine Weile ziehen und siebt später die kleinen Steviastücke heraus. Der Stevia Sud verfügt über eine extrem hohe Süßkraft, die zum Süßen von allen Getränken und Speisen geeignet ist. Allerdings sollte hierbei beachtet werden, dass der selbst gemachte Stevia Sud nicht lange haltbar ist. Wird er im Kühlschrank aufbewahrt, sollte das flüssige Stevia Konzentrat binnen weniger Tage verbraucht werden.

 

Umrechnungstabelle Stevia/Zucker

Besonders am Anfang ist es nicht so einfach, die richtige Dosierung zu finden. Wie schon erwähnt, ist es empfehlenswert, sehr vorsichtig zu dosieren und ggf. nachzusüßen. Wird gleich zu Anfang eine zu große Menge verwendet, kann es passieren, dass das Ergebnis ungenießbar ist. Damit sich Neueinsteiger einen kleinen Überblick verschaffen können, haben wir Ihnen eine Umrechnungstabelle für den Vergleich Stevia/Zucker zusammengestellt. Bitte beachten Sie, dass es sich auch hierbei nur um einen groben Überblick handelt. Je nach Produzent kann es zu Schwankungen kommen.

Menge                                                                          als Ersatz für

1 Gramm getrocknete Stevia Blätter                               15 Gramm Zucker

1 gehäufter Teelöffel Stevia Granulat                            30 Gramm Zucker

1 Teelöffel weißes Steviosid-Pulver                               200 Gramm Zucker

1 Teelöffel grünes Steviosid-Pulver                               50 Gramm Zucker

1 Tropfen klares Stevia-Fluid                                           1 Gramm Zucker

1 Tropfen dunkles Stevia-Fluid                                       2 Gramm Zucker (1 Zuckerwürfel)

1 Stevia Tablette (Tab)                                                       4 Gramm Zucker (2 Zuckerwürfel)

Menge                                                                             kann ersetzt werden durch

100 Gramm Zucker                                                            60-70 Gramm Stevia Granulat

100 Gramm Zucker                                                            1 Messerspitze Steviosid-Pulver

1 Stück Würfelzucker                                                        2-3 Tropfen Stevia-Fluid

2 Stück Würfelzucker                                                        1 Stevia Tab

Ist Stevia gesund?

Die hohe Süßkraft der Blätter im Gegensatz zu Haushaltszucker gehört sicher zu den wichtigsten Faktoren, die für das Süßungsmittel aus Südamerika spricht. Für Verbraucher stellt sich natürlich die Frage, ob Stevia gesund ist und welche Wirkung Stevia auf den menschlichen Organismus hat. In Südamerika werden Stevia Blätter seit Jahrhunderten wegen ihrer blutdrucksenkenden und herzstärkenden Wirkung auch als Heilmittel eingesetzt. Ebenso setzen die Guarani in Paraguay und Brasilien das Süßkraut gegen Sodbrennen ein.

Bereits um 1918 hatte der Stevia Entdecker Moisés Bertoni in seinen wissenschaftlichen Studien herausgefunden, dass Stevia rebaudiana Bertoni als natürlicher Süßstoff keine toxische Wirkung hat und auch höhere Dosierungen keine Nebenwirkungen auf den menschlichen Körper haben.In späteren Jahren wurde Stevia rebaudiana Bertoni auch von japanischen und südamerikanischen Wissenschaftlern in umfassenden Studien erforscht. Auch diese belegen blutdrucksenkende, blutzuckersenkende sowie herzstärkende Eigenschaften der Pflanze. Ebenso stellte man fest, dass sich Stevia rebaudiana als Hautpflegeprodukt eignet und Pilzerkrankungen vorbeugt. Negative Wirkungen konnten seitens der Forscher nicht beobachtet werden.

Da das Honigkraut den Blutzuckerspiegel nicht erhöht und kalorienarm ist, eignet es sich hervorragend als Süßungsmittel für Personen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind oder unter Übergewicht leiden. Näheres über Stevia und Diabetes finden Sie in einem gesonderten Artikel.

Ein weiterer Vorteil liegt darin begründet, dass Stevia rebaudiana Bertoni die Bildung von Plaque hemmt und die Entstehung von Karies vermieden werden kann. Somit greift Stevia, nicht wie es bei Haushaltszucker der Fall ist, die Zähne an und gilt durch eine verringerte Säureproduktion als besonders zahnfreundlich.

Da Stevia keine Kalorien enthält und den Blutzuckerspiegel nicht erhöht, ergibt sich hieraus ein weiterer erwähnenswerter Vorteil. Bei Haushaltszucker handelt es sich um leere Kalorien, die dem Körper keine Nährstoffe liefern. Stevia hingegen verfügt neben dem Steviolglykosid über Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die im naturbelassenen Stevia durchaus als gesund bezeichnet werden können.

An dieser Stelle müssen wir jedoch auch auf Studien hinweisen, die Mitte der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts durchgeführt wurden, um zu erforschen, ob Steviol Krebs und Geburtsfehler auslöst. Ebenso wollte man untersuchen, ob Stevia Auswirkungen auf die Fertilität des Menschen habe, da die Verabreichung von Stevia bei Ratten schwerwiegende Beeinträchtigungen der Fruchtbarkeit ergaben. Untersuchungen ergaben jedoch, dass den Versuchsratten extrem hohe Stevia Dosen, die mehr als die Hälfte des Körpergewichtes der Tiere betrugen, verabreicht wurden.

Im Gegenzug zu diesen Untersuchungen konnte in brasilianischen und japanischen Studien belegt werden, dass die realistische Dosierung von 38,5 mg Steviosid pro Kilogramm Körpergewicht am Tage keine negativen Auswirkungen auf den Körper haben.

Würde man derartige Studien mit einer ähnlich hohen Zuckerdosierung durchführen, hätten die Testergebnisse sicherlich ebenso ergeben, dass große Mengen Haushaltszucker Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Somit sind die Testergebnisse der hoch dosierten Stevia-Studien mehr als fraglich.

Stevia und Diabetes

Diabetes mellitus, die Zuckerkrankheit, zählt besonders in den westlichen Industrieländern zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen. Allein in Deutschland sind rund fünf Millionen Menschen an Diabetes erkrankt, müssen ihren Blutzuckerspiegel kontrollieren, Diät halten, gegebenenfalls Medikamente einnehmen oder Insulin spritzen. Welche Maßnahmen zur Kontrolle des Blutzuckerspiegels ergriffen werden, ist abhängig von der Art des Diabetes Types, der im Groben in den Diabetes Typ-1 und Diabetes Typ-2 untergliedert wird.

Während Typ-1-Diabetiker durch eine Störung der Bauchspeicheldrüse unter Insulinmangel leiden und ihr Leben lang meist mehrmals täglich Insulin injizieren müssen, war der Diabetes Typ-2 früher auch unter dem Namen „Alterszucker“ bekannt, da meist ältere Menschen an diesem Diabetes Typ erkrankten. Mittlerweile ist es jedoch so, dass immer mehr junge Menschen aufgrund des steigenden Konsums von zuckerhaltigen Getränken und Nahrungsmitteln am Typ-2-Diabetes erkranken. Nicht selten sind bereits Jugendliche betroffen.

Um Folgeerkrankungen durch die Zuckerkrankheit zu vermeiden, müssen Typ-2-Diabetiker den Energiegehalt ihrer Nahrungsmittel ständig im Auge behalten, wobei der Verzicht auf zuckerhaltige Nahrungsmittel angezeigt ist.

Für Diabetiker ist Stevia eine optimale und gesunde Alternative, um den Blutzuckerspiegel zu entlasten, da diese sonst nur die Möglichkeit haben, auf synthetische Süßungsmittel wie Aspartam, Saccharin oder Cyclymat auszuweichen. Die künstlichen Süßungsmittel  haben jedoch den Nachteil, dass sie den Geschmack der Lebensmittel verändern und geraten zudem immer wieder aufgrund ihrer gesundheitlichen Nebenwirkungen in die Kritik. Stevia wiederum wird in Südamerika seit Jahrhunderten und in Japan seit Jahrzehnten verwendet, um den Zuckerhaushalt stabil zu halten, ohne dass Nebenwirkungen bekannt wurden. In Brasilien sind Stevia Kapseln und Stevia Tee sogar als offizielles Anti-Diabetesmittel zugelassen.

 

Stevia in der Hautpflege

Neben seiner Einsatzmöglichkeiten als Süßungsmittel eignet es sich ebenso innerlich und äußerlich zur Hautpflege. In Südamerika und Japan ist es bereits seit vielen Jahren üblich, dass Stevia äußerlich zur Behandlung von Hauterkrankungen eingesetzt wird. Linderung verschafft Stevia beispielsweise bei Akne, Ekzemen, Lippenentzündungen, Insektenstiche, Schuppenflechte und Neurodermitis. Bislang konnte zwar noch keine therapeutische Wirkung nachgewiesen werden, es wurden allerdings in diesem Zusammenhang noch keine gegenteiligen Auswirkungen oder Allergien beschrieben.

Die heilende Wirkung könnte auf die in der Pflanze vorhandenen essentiellen Öle, Vitamin C, Enzyme und das Chlorophyll der Pflanzenblätter, zurückzuführen sein, da diese für ihre entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung bekannt sind. Einem Versuch, Hauterkrankungen mit dem Süßkraut zu behandeln, sollten Betroffene daher unbedingt positiv gegenüber stehen.

Hierzu kann man auf kosmetische Cremes oder Salben mit Stevia zurückgreifen oder auch auf die getrockneten Blätter, die sich dazu eignen, einen Stevia Sud herzustellen, mit dem dann die betroffenen Hautpartien behandelt werden. Ebenso kann man aus frischen oder getrockneten Stevia Blättern eine Gesichtsmaske anfertigen oder ein Stevia Blatt direkt auf die entzündete Haut legen.

Ebenso erfolgversprechend ist die innere Anwendung von Stevia in der Hautpflege. Zucker und zuckerhaltige Nahrungsmittel sind dafür bekannt, dass diese zu einer Übersäuerung des Körpers führen. Bei Menschen mit empfindlicher Haut kann diese Übersäuerung zu einer Verschlimmerung der Hautbeschwerden führen. Außerdem sind Zucker und kohlenhydrathaltige Lebensmittel dafür bekannt, dass sie sich ungünstig auf die Ausbreitung einiger Pilzarten auswirken. Dies kann besonders im menschlichen Darm zu einem Ungleichgewicht führen, wenn beispielsweise Candida Hefepilze, die im Zusammenspiel mit anderen Mikroorganismen für eine gesunde Verdauung sorgen, durch stark zuckerhaltige Nahrungsmittel aus dem Gleichgewicht gebracht werden. In diesem Fall kann es zu Verstopfung, Kopfschmerzen und Übelkeit kommen. Würde man anstelle von Zucker auf Stevia zum Süßen der Nahrungsmittel ausweichen, kann die massive Ausbreitung der Hefepilze vermieden werden, so dass ein natürlicher Ausgleich im Verdauungssystem geschaffen wird.

 

Stevia rebaudiana Bertoni selber anbauen

Im Hinblick auf den Geschmack gibt es große Unterschiede zwischen den frischen und getrockneten Steviablättern im Vergleich mit den im Handel erhältlichen Stevia Produkten, die aus den Extrakten der Pflanzenblätter hergestellt werden. Stevia rebaudiana Bertoni in seiner reinen Form eignet sich hervorragend, um das natürliche Honigkraut zum Süßen von Speisen und Getränken zu verwenden, ohne dass Geschmacksveränderungen zu erwarten sind.

Genau aus diesem Grund wird der Eigenanbau von Stevia rebaudiana Bertoni in den letzten Jahren immer beliebter. Wir möchten Ihnen erklären, unter welchen Bedingungen die Stevia Pflanze am Besten wächst und gedeiht und worauf man beim selber anbauen achten muss. In den Gärtnereien, auf Wochenmärkten sowie auf dem Versandweg ist es möglich, Jungpflanzen zu erwerben, die zu Hause im Garten oder auf dem Balkon angebaut werden können. Ebenso beschreiben wir detailliert, wie man aus den Stevia Samen neue Pflanzen zieht. Stevia Samen können von selbst gezogenen Pflanzen gewonnen werden. Ebenso besteht die Möglichkeit, Samen aus Paraguay, Asien oder den USA zu kaufen, die in vielen Online-Shops erhältlich sind.

 

Aufzucht aus Stevia Samen

Bei der Aufzucht einer Pflanze aus dem Samen ist darauf zu achten, dass die Keimtemperatur eingehalten wird. Um Temperaturschwankungen zu vermeiden, kann eine lichtdurchlässige Abdeckung verwendet werden. Die Samen werden in eine mit Anzuchtserde gefüllte Schale gesät. Hierbei wird der Samen nur ganz leicht angedrückt, ohne mit Erde bedeckt zu werden, da Stevia ein Lichtkeimer ist.

Nachdem die Erde gut angefeuchtet wurde, kann man als Abdeckung ein Stück Klarsichtfolie oder ein Glas verwenden, wobei ein kleiner Spalt zur Belüftung frei gelassen wird. Wenn die Anzuchtschale an einen hellen und warmen Platz auf der Fensterbank gestellt wird, sind die ersten Keimlinge bereits nach zehn Tagen zu erkennen und jedes der kleinen Pflänzchen kann umgetopft werden. Bei der Blumenerde sollte darauf geachtet werden, dass lockere und gut durchlässige Erde gewählt wird, die nur sehr sparsam mit Dünger versorgt wird. Auch später, wenn die Pflanze größer ist, sollte Stevia höchstens einmal im Monat gedüngt werden. Stevia Pflanzen benötigen für ihr Wurzelwerk viel Platz, weshalb es wichtig ist, dass die Pflanzgefäße einen Durchmesser von 16-18 Zentimeter pro Pflanze haben.

 

Stevia Pflege

Während ihrer Wachstumszeit benötigen die Pflanzen viel Feuchtigkeit, wobei allerdings darauf geachtet werden sollte, dass keine Staunässe entsteht. Am Besten gedeiht das Honigkraut, wenn ein Wechsel zwischen Trockenheit und Feuchtigkeit stattfindet, da sich die Wurzeln auf diese Weise am Besten ausbilden können und das Wachstum angeregt wird.

Sehr empfindlich reagiert Stevia auf Staunässe im Bereich der Wurzeln. Die stehende Nässe kann zu einem vermehrten Wachstum von Pilzen und Bakterien führen, was eine bakterielle Welke zur Folge haben kann. In diesem Fall ist die selbst gezogene Stevia Pflanze nicht mehr zu retten.

Wie bei den meisten Pflanzen, ist auch bei Stevia rebaudiana Bertoni zu beobachten, dass die Pflanze im Garten besser gedeiht als in einem Blumentopf. Wenn man die Pflanze in den Garten pflanzt, sollte man jedoch bedenken, dass Stevia vor dem rauen mitteleuropäischen Klima geschützt wird und erst Anfang Juni ausgepflanzt wird, wenn keine Frostgefahr besteht. Im September wird die Pflanze dann an einen frostfreien Ort, am Besten in einen Wintergarten oder an einen hellen Fensterplatz gebracht.

Wie bei Staudengewächsen üblich, fällt auch die Stevia Pflanze nach der Vegetationszeit in den Ruhezustand. Während dieser Zeit sterben die oberen Teile der Pflanze ab und ziehen sich in den Wurzelstock zurück. Während der Ruhezeit werden die trockenen Zweige auf eine Länge von etwa fünf Zentimetern zurück geschnitten und die Staudenpflanze kann zum überwintern an einen dunklen, frostfreien Platz gebracht werden.

Während des Winters benötigt sie kaum Pflege. Es sollte lediglich darauf geachtet werden, dass der Wurzelstock nicht vollständig austrocknet. Auf keinen Fall sollte die Pflanze großzügig gegossen werden, da es sonst zu einem Befall mit Pilzen und Parasiten kommen kann.

Optimaler Weise wird die Pflanze nach ihrer Ruhezeit im Winter ab März an einen hellen Platz gestellt. Bereits nach kurzer Zeit wird sie neue Triebe ausbilden, bevor sie im Juni in den Garten gepflanzt werden kann. Aus den Seitentrieben, die sich nach der Winterruhe bilden, können neue Schösslinge gezogen werden.

Da Stevia eine mehrjährige Pflanze ist, kann sie durchaus auch ganzjährig gedeihen, ohne dass sie in die Ruhezeit fällt. Bei optimalen klimatischen Bedingungen mit ausreichend Wärme und Licht bleibt die Pflanze im Gewächshaus oder Wintergarten ganzjährig grün. Allerdings ist es unbedingt nötig, dass sie genügend Licht bekommt.

Grundsätzlich sollte beachtet werden, dass Blütenansätze der Setzlinge zurück geschnitten werden, um den Wachstumsprozess zu beschleunigen. Steviablätter sollten deshalb etwa alle drei Wochen geerntet werden, wobei die Spitze des Triebes entfernt wird.

 

Worin liegt der Unterschied zwischen natürlichen Steviablättern und Stevia Extrakten?

Nachdem Steviablätter in Südamerika nun bereits seit Jahrhunderten als natürliches Süßungsmittel verwendet werden, ging man auch in Deutschland von einem großen Boom aus, als Steviolglykoside Ende 2011 als Lebensmittelzusatzstoff in der EU zugelassen wurden. Doch zu dem erwarteten Durchbruch ist es bis heute leider nicht gekommen. Der Grund hierfür ist vermutlich, dass die natürlichen Blätter nicht als Lebensmittel vertrieben werden dürfen und somit im deutschen Handel nicht erhältlich sind. Eine Ausnahme bilden hier Online-Shops, in denen das Honigkraut aus Südamerika oder Asien erworben werden kann.

In Deutschland gilt Stevia als Novel Food und darf erst dann als Lebensmittel eingeführt werden, wenn eine gesundheitliche Unbedenklichkeit durch verschiedene Zulassungsverfahren belegt werden kann. Da dieses behördliche Verfahren noch nicht abgeschlossen ist, darf Stevia ausschließlich in Form des Lebensmittelzusatzstoffes E960 vertrieben werden.

Genau hierin liegt der Geschmacksunterschied begründet. Während bei frischen oder getrockneten Steviablättern die natürliche Süßkraft zum Ausdruck kommt, verfügen diverse Stevia Extrakte über einen erheblichen Beigeschmack. Geschmacksunterschiede bei natürlichen Steviablättern können ausschließlich im Anbaugebiet begründet liegen.

Bei den künstlich extrahierten Steviaprodukten, die hierzulande erhältlich sind, verhält es sich etwas anders. Bei dem Lebensmittelzusatzstoff E960, hinter dem sich die Stevia Süße verbirgt, handelt es sich um Steviolglykoside, die in einem chemischen Herstellungsverfahren aus den Steviablättern extrahiert werden. Durch dieses komplizierte Verfahren wird eine Trockensubstanz mit 95% Steviolglykosiden erzeugt, deren Geschmack wenig mit dem Naturprodukt Stevia rebaudiana Bertoni gemein hat. Nicht selten beklagen Verbraucher einen störenden bitteren Beigeschmack, der an Lakritz erinnert.

Ebenso kritisch bewerten der Verbraucherschutz und Nahrungsmittelexperten die steviolglykosidhaltigen Lebensmittel. Gerne werden diese Produkte als  „natürlich gesüßt“ vermarktet, was aufgrund des chemischen Extraktionsverfahrens von E960 nicht den Tatsachen entspricht. Hinzu kommt, dass es in vielen Supermärkten mittlerweile eine Reihe von Lebensmitteln gibt, die mit Stevia gesüßt wurden. Hierzu gehören zahlreiche Erfrischungsgetränke, Marmeladen und Süßwaren. Nachteilig an ihnen ist, dass diese Produkte neben dem Steviolglykosiden zusätzlich Zucker enthalten, da die Höchstmengen an Steviolglykosid nicht überschritten werden dürfen. Somit ist das vermeintlich gesunde Produkt dann doch nicht so natürlich, wie man gerne annehmen würde.

Im Zweifelsfall ist es ratsam, einen Blick auf die Zutatenliste dieser Lebens- und Genussmittel zu werfen, denn aufgrund der Kennzeichnungspflicht sind die Hersteller zu diesen Angaben verpflichtet.

Verbraucher, die anstelle der Stevia Extrakte wert auf die natürliche Süßkraft der Stevia rebaudiana Bertoni legen, haben deshalb bis heute ausschließlich die Möglichkeit, natürliches Stevia im Online-Shop zu erwerben oder die süßen Pflanzenblätter aus selber angebauten Stevia Pflanzen zu gewinnen. Als Alternative eignen sich Produkte, wie Stevia Granulat oder Stevia Pulver hochwertiger Qualitätsstufen, die eine optimale Dosierung erlauben, was bei Fertigprodukten nicht möglich ist.

 

Stevia rebaudiana Bertoni: Vorteile auf einen Blick

Geht man von der natürlichen Süßwirkung aus, muss man feststellen, dass die südamerikanische Pflanze in vielerlei Hinsicht über Vorteile verfügt. Wir möchten abschließend übersichtlich darstellen, welche Vorteile der Steviablätter besonders erwähnenswert sind.

  • getrocknete oder frische Steviablätter sind ein reines Naturprodukt
  • enthält im Gegensatz zu Haushaltszucker keine Kalorien
  • geringer Verbrauch aufgrund der hohen Süßkraft des Honigkrautes
  • Steviablätter erzeugen keine Gärung
  • Steviablätter sind nicht toxisch
  • eignet sich als Süßungsmittel bei Diabetes mellitus, Neurodermitis sowie bei Zucker- und Sorbitunverträglichkeit
  • guter Geschmack der natürlichen Steviablätter
  • wird in Südamerika über Jahrhunderte ohne bekannte Nebenwirkungen verwendet
  • ist für Kinder geeignet
  • hemmt die Plaquebildung und schützt vor Karies
  • als Zahnputzmittel geeignet
  • kann den Blutdruck senken
  • wirkt herzstärkend
  • wirkt sich nicht auf den Blutzuckerspiegel aus
  • wegen seiner Hitzebeständigkeit bis 200° C zum Kochen und Backen geeignet
  • positive Wirkung auf die Verdauung
  • fördert die Wundheilung bei äußerlicher Anwendung
  • wirkt unterstützend bei Diäten wegen fehlender Kalorien
  • wirkt antibakteriell und verfügt über pilzhemmende Eigenschaften im Darm

Fazit

Als Süßungsmittel kann es grundsätzlich in vielerlei Hinsicht punkten. Durch die hohe Süßkraft sind lediglich kleine Mengen der Steviablätter oder des Stevia Extraktes in Form von Fluid, Tabs oder Granulat erforderlich, um eine vergleichbar hohe Süße der Lebensmittel zu erhalten.

Allerdings muss man auch feststellen, dass insbesondere die im Handel erhältlichen Produkte über Nachteile verfügen, die sich auf den Geschmack auswirken können. Grundsätzlich ist es ratsam, auf ein anderes Produkt auszuweichen, wenn man einmal mit dem Geschmack eines Produktes nicht zufrieden sein sollte.

Vor allem dann, wenn ein bitterer Geschmack wahrgenommen wird, sollte man nicht gleich am ersten Versuch scheitern, sondern einfach ein anderes Produkt wählen.

Wenn es zum Kochen oder Backen verwendet wird, sollte man sich grundsätzlich langsam an die optimale Dosierung herantasten und sehr sparsam mit dem Süßkraut umgehen.

Bei grünem Steviapulver, das aus getrockneten und gemahlenen Steviablättern hergestellt wird, handelt es sich um ein Naturprodukt, das den Geschmack anderer Lebensmittel stark hervorheben kann. Grundsätzlich verfügt das grüne Steviapulver über einen natürlichen Geschmack, der leicht an Kräuter erinnert. Bei der Verwendung ist allerdings darauf zu achten, dass nicht alle Lebensmittel positiv auf grünes Steviapulver reagieren. Dies gilt besonders dann, wenn man durch das Steviapulver einen ausschließlich süßen Geschmack erhalten möchte. In diesem Fall, beispielsweise bei Joghurt oder anderen Desserts, kann sich der leichte Kräutergeschmack etwas störend auswirken.

Bestenfalls möchten wir Ihnen empfehlen, frische Blätter aus dem Eigenanbau zu verwenden oder aber in einem Online-Shop getrocknete Blätter zu verwenden. Auf diese Weise haben Sie die Möglichkeit, das Naturprodukt in seiner reinen Form zu erleben.


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