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Feng Shui

Die Lehre des Feng Shui

Bei Feng Shui (chinesisch „Wind und Wasser“) handelt es sich um eine asiatische Harmonielehre, nach der Menschen durch eine bewusste Gestaltung der Wohnräume im Einklang mit ihrer ständigen Umgebung als „dritte Haut“ leben sollen. Ziel ist es, negative Einflüsse auf die unterbewusste Wahrnehmung zu minimieren und zugleich positive Einflüsse zu stärken. Ein zentrales Element stellt dabei die Lebensenergie „Chi“ dar. Dieses soll mithilfe verschiedenster Techniken in Wohnräumen zum Fließen gebracht und steuerbar gemacht werden.

Die Wurzeln des Feng Shui liegen im I Ging, dem „Buch der Wandlungen“, eine Sammlung von Zeichnungen und Sprüchen als ältester der klassischen chinesischen Texte überhaupt. Seine Entstehung geht auf das dritte Jahrtausend v. Chr. zurück.

How to Feng Shui Your Home – Inneneinrichtung Tipps

Zur Geschichte des Feng Shui

Über die exakte Entstehung von Feng Shui ist relativ wenig bekannt. Wissenschaftler sehen erste traditionelle Anwendungen im Ahnenkult, genauer in der Planung von Grabstätten. Ein optimal fließendes Chi war der Wunsch nach positiver Energie von den Ahnen, die das irdische Glück ihrer Nachkommen mehren sollten.
Später wurde Feng Shui bei der Suche nach fruchtbare Böden für eine reiche Ernte angewandt, darüber hinaus beeinflusste sie auch die traditionelle chinesische Gartenkunst maßgeblich. Zugleich begann man damit, Siedlungen und Häuser mithilfe von Feng Shui sicherer, wohnlicher und energetischer zu gestalten.
Zu seiner Blüte gelangte die Harmonielehre aber erst zur Zeit der Tang-Dynastie im ersten Jahrtausend n. Chr., als sich einige Strömungen mit diversen regionalen Ausprägungen herauszukristallisieren begannen, die sich auf die unterschiedlichen Aspekte von Wohn- und Lebensräumen spezialisierten. Kombiniert waren diese mit religiösen und philosophischen Einflüssen, zurückgehend vor allem auf Buddha, Laotse und Konfuzius.
Die älteste Ausprägung des klassischen chinesischen Feng Shui mit einer langen Tradition ist „Luan Tou“, im Westen als „Formenschule“ bezeichnet. In dieser Lehre geht es um die Auswahl des optimalen Bauplatzes für eine Siedlung oder Grabstätte, der durch die natürlichen Gegebenheiten und die Formation der Landschaft vor Witterungseinflüssen oder Naturkatastrophen geschützt ist.

Die fünf Elemente im Feng Shui

Da die Wurzeln des Feng Shui in der Sicht des Universums liegen, werden der Lehre die fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser zugeordnet. Ordnet man diese dem jeweiligen Wohnraum zu und stimmt sie mit anderen Gegenständen, Zahlen (etwa auf Bildern oder in Form einer bestimmten Menge an Polstern, Kerzen, Deko-Steinen, …), Materialien und Farben ab, verstärkt sich die positive Wirkung des Chi. Darüber hinaus spielen auch die Himmelsrichtungen eine Rolle, wird zum Beispiel ein Garten Richtung Osten (Element Holz) ausgerichtet, gedeihen dort Bäume, Bambus und Blumen besonders gut. Ebenso von Bedeutung sind die zugeteilten Bereiche – wenn man etwa Wohnzimmer in Gelb, Ocker und Braun gehalten (Element Erde), fließt dort das Chi besonders gut und stärkt mit den Eigenschaften Vertrauen und Zuverlässigkeit (ebenfalls Element Erde) die Partnerschaft.

Zu den fünf Elementen und ihren Qualitäten:

Holz: steht für Güte, Wachstum, Geldvermehrung und Kreativität, es harmoniert mit der Farbe Grün, den Materialien Bambus, Stroh und Baumwolle, den Zahlen Drei und Vier und hohen schlanken Gegenständen. Holz wird optimal mit Schnittblumen und Zimmerpflanzen ergänzt.
Die diesem Element zugeordnete Himmelsrichtung ist Osten, seine Wirkung entfaltet sich besonders positiv im Ess-, Kinder und Schlafzimmer.

Feuer: steht für Freude, Klugheit und Ruhm, es harmoniert mit den Farben Orange und Rot, den Materialien Kunststoffen und tierischen Produkten, der Zahl Neun und spitzen, dreieckigen sowie scharfkantigen Objekten. Feuer wird optimal mit Kerzen ergänzt.
Die diesem Element zugeordnete Himmelsrichtung ist Süden, seine Wirkung entfaltet sich besonders positiv in der Küche.

Erde: steht für Vertrauen, Sorge, Wissen, Ausgeglichenheit und Zuverlässigkeit, harmoniert mit den Farben Gelb, Ocker und Braun, den Materialien Leinen, Stein, Terrakotta, Porzellan, Keramik, Ziegel und Ton, den Zahlen Zwei, Fünf und Acht und den Formen Quadrat, Kubus und Karo sowie flachen, ebenen Gegenständen. Erde wir optimal mit Pflanzen aller Art ergänzt.
Die diesem Element zugeordnete Himmelsrichtung ist der Südwesten oder das Zentrum, seine Wirkung entfaltet sich besonders positiv im Wohnzimmer.

Metall: steht für Mut, Zielstrebigkeit, Reichtum und Erfolg, sowie für hilfreiche Freunde und Kinder, harmoniert mit den Farben Silber, Gold und Weiß, den Materialien Glas und Kristallen, den Zahlen Sechs und Sieben und runden, kreis- oder kuppelförmigen Dingen. Metall wird optimal mit Spiegeln ergänzt.
Die diesem Element zugeordnete Himmelsrichtung ist der Westen, seine Wirkung entfaltet sich besonders positiv im Hobby- oder Werkraum.

Wasser: steht für Weisheit, Karriere, Kommunikation und Reichtum, harmoniert mit den Farben Blau, Violett und Schwarz, mit den Materialien Seide und Glas, der Zahl eins und gebogenen, wellen- und tropfenförmigen Objekten sowie unregelmäßigen Formen. Wasser wird optimal mit Wasser und Pflanzen ergänzt.
Die diesem Element zugeordnete Himmelsrichtung ist der Norden, seine Wirkung entfaltet sich besonders positiv im Badezimmer oder Büro.

Praktische Einrichtungstipps nach Feng Shui

Wer nicht gleich sein komplettes Zuhause à la Feng Shui umstylen möchte, der kann auch mit ein paar wenigen kleinen Tricks das Chi zum Schwingen bringen.
Typisch für einen Einrichtungsstil im Sinne der chinesischen Harmonielehre sind wenige, sorgfältig ausgewählte und auf die jeweiligen Räume abgestimmten Accessoires.
Ebenfalls nutzen kann man die heilsamen Kräfte der Natur, indem man mithilfe von Pflanzen vor Fenstern und Türen verhindert, dass das Chi aus dem Wohnraum fließt beziehungsweise das Abwandern der Lebensenergie blockieren.
Besonders harmonisch und gemütlich wirken Räume, die mit unterschiedlichen Lichtquellen gut ausgeleuchtet werden, vor allem dunkle und unbelebte Ecken brauchen Helligkeit und damit eine Extraportion Chi.
Den Energiefluss regen auch glänzende Oberflächen an, somit sollten in den Wohnräumen viele Spiegel, Gläser oder glänzende Metalloberflächen zu finden sind. Spiegel haben im Feng Shui grundsätzlich eine ganz besondere Bedeutung: Sie können einen schönen Anblick widerspiegeln, luftige Weite in einen Wohnraum holen und leere Bereiche beleben. Sie ermöglichen außerdem den Blick nach hinten, der auf die meisten Menschen beruhigend wirkt. Aber Achtung: Keinen Spiegel im Schlafzimmer montieren (die Chinesen glauben, die Seele des Schläfers würde in der Nacht aus dem Körper treten, sich bei ihrem Anblick im Spiegel erschrecken und davonfliegen).
Orte, die man für schöpferische oder ruhende Zwecke nutzt (Bett, Sofa, Schreibtisch, …), sollten weder eine Tür im Rücken noch ein Fenster direkt davor haben. Ist die Platzierung aus einrichtungstechnischen Gründen nicht anders möglich, kann ein Windspiel aus Holz, Muscheln oder Glas das Chi in die richtigen Bahnen lenken.
Weitere Tipps zum Feintunen der Wohnräume mit Feng Shui:

 

  • Regelmäßig mit getrockneten Kräutern und Blüten räuchern, um schlechte Energien zu beseitigen. Danach Luft mit Wohlfühldüften (ätherische Öle) anreichern.
  • Keine Accessoires aus Kunststoffen! Porzellan, Holz oder Metall sind ideal.
  • Farben der Textilien nach den Elementen in Kombination mit den Wohnräumen (siehe oben) wählen, die Stoffe sind weich und luftig, beinhalten so wenig Kunstfaser wie möglich.
  • Bilder mit Formen und Farben nach den Elementen in Kombination mit den Wohnräumen (siehe oben) wählen, außerdem gemalte oder fotografierte Porträts geliebter Menschen aufstellen oder -hängen.
  • Außerdem Aufnahmen von Flüssen oder dem Ozean aufhängen, da Wasser den Chi-Fluss anregt und außerdem unter anderem für Fülle und Reichtum steht. Ebenso hilfreich sind Zimmerspringbrunnen. Wer das Plätschern nicht mag, verteilt Schalen mit frischem Wasser und darauf schwimmenden Blüten in den Wohnräumen.
  • Keine Schmutzwäsche im Schlafzimmer deponieren, da diese verbrauchte Energie verströmt. Ebenso sollte keine unbenutzten, verbrauchten oder „toten“ Gegenstände wie ungeliebte Geschenke, ausgelesene Bücher oder getrocknete Blumensträuße herumstehen.
  • Raumteiler und Paravents aufstellen und damit große Zimmer gemütlicher gestalten.
  • Mineralien und Edelsteine auflegen, die als kleine Energiekraftwerke das Chi anziehen und verstärken.
  • Zahlen (beispielsweise die Acht, die für Harmonie und Vollkommenheit steht) und Glückssymbole (Hufeisen, vierblättriger Klee, Schwein, …) in den Räumen deponieren.
  • Elektrogeräte gehören nicht ins Schlafzimmer, diese stören den Energiefluss. Auch Handys sollten keinesfalls auf dem Nachtkästchen abgelegt werden.

Studien, Kritiken und Zweifel an der chinesischen Harmonielehre

Das Einhalten der Feng-Shui-Regeln für mehr Chi in Wohnung, Haus und Garten ist im Westen mittlerweile recht stark verbreitet. Vor allem im Bereich Inneneinrichtung folgt man auch in Mitteleuropa vielfach gerne der Harmonielehre aus China – nicht nur im Eigenheim, sondern auch unter anderem in öffentlichen Gebäuden oder an Arbeitsplätzen. Häufig wird diese dabei mit Kenntnissen aus der Geomantie („Weissagung aus der Erde“) vermischt.
Es bereits Krankenhäuser, die nach den Methoden des Feng Shui neu gebaut beziehungsweise renoviert werden. In Deutschland existiert in der Stadt Strücklingen sogar eine Feng-Shui-Hundepension, in der die Vierbeiner Entspannungsmusik hören und auf Pflanzen und bunte Wände blicken. Abends ist das Licht gedämpft. Quadrate auf dem Boden sollen den Energiefluss im Raum optimieren, außerdem gibt es Buddha-Statuen und Bambus vor dem Freigehege.

Aus dem fernöstlichen Trend entwickelte sich mit der Zeit ein lukratives Geschäft auf dem Esoterik-Markt, es finden sich neben individuellen Beratungen vor Ort jede Menge Literatur zu dem Thema sowie diverse Accessoires für den harmonischen Asia-Lifestyle.
Jedoch existieren keinerlei Studien, die den Erfolg von Feng Shui belegen, es konnte weder ein erhöhter Geldfluss bei Menschen nachgewiesen werden, die sich vorwiegend in „Wasserräumen“ aufhielten, noch erreicht man eine messbar bessere Schlafqualität, wenn das Bett weder eine Tür im Rücken hat, noch sich ein Fenster direkt davor befindet. Allerdings gibt es, ähnlich wie bei wirkungslosen Medikamenten, einen Placebo-Effekt – davon wird zumindest mehrfach berichtet.
Frei nach dem Motto: Wenn es nicht hilft, schadet es zumindest nicht.

Sollten Sie sich immer noch unsicher sein, bei uns finden Sie auch eine klasse Auswahl an Feng Shui Ratgebern.


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